Die Methode

«Problematisch gewordene Geltungsansprüche werden zum Thema gemacht und auf ihre Berechtigung hin untersucht.»

Jürgen Habermas zum Wesen des Diskurses

Systematisch und philosophisch
Wir haben eine proprietäre Art entwickelt, wie wir an Fragestellungen herangehen: «Lunaradix». Lunaradix ist eine systematisch-philosophische Methode für die Analyse und das Design für die Weiterentwicklung von sozialen Systemen. Speziell an Lunaradix ist die Kombination der philosophischen Optik mit der strikten Ausrichtung auf die Praxis sowie die diskursive Art der Analyse. Sinn und Zweck der Methode ist die Weiterentwicklung von vom Menschen geschaffenen, also sozusagen synthetischen und deshalb auch änderbaren Systemen. Die Lunaradix-Methode ist ein Prozess mit verschiedenen Diskurs-Modulen.



Und warum der Name Lunaradix? Einerseits werden Fragestellungen aus sehr hoher «Flughöhe» — sozusagen vom Mond — betrachtet. Andererseits gehen wir an die Wurzel — die Radix — der Dinge. Zusammen ergibt dies eine umfassende Perspektive.

Eigenschaften von «Lunaradix»
Neben der Kombination von "Mond- und Wurzel-Sicht" zeichnet Lunaradix auch eine spezielle Forschungshaltung aus?

Ein philosophischer Ansatz öffnet die Augen für neue Aspekte und Fragestellungen. Er bietet auf Basis von kritischem Denken eine breitere Optik. Die Analyse wird weniger durch fachlich-technische Fragen geleitet als mehr auch durch fundamentale Sinnfragen. Wenn explizit philosophisch gedacht werden darf, werden dadurch professionelle oder gesellschaftliche Denknormen gelöst. Philosophisches Denken lehrt, breit akzeptierte Meinungen nicht einfach zu akzeptieren, sondern klar und logisch zu denken und entsprechend zu argumentieren. Problemlösungen im 21. Jahrhundert brauchen eine neue Perspektive. Das Denken über ein Gebiet muss weiterentwickelt werden. Und hier bietet sich die nicht an starre Regeln gebundene, aber grundlegende Fragen stellende Methode der Philosophie an.

Lunaradix trägt als zweite Komponente den «praktischen Imperativ» in sich. Der praktische Imperativ gibt vor, dass sich in der Methodik sämtliches Denken und Handeln an der Praxis orientieren müssen. Sowohl das Problem, als auch die Lösung liegen in der Realität. Quelle dieses Postulates ist die Beobachtung, dass nach wie vor viele sogenannte «Lösungen» zwar auf dem Reissbrett funktionieren und in der Theorie betriebswirtschaftlich durchaus kohärent sein mögen, sie aber mit der Realität nicht kompatibel sind. Dies kann verschiedene Gründe haben. Ein System wurde beispielsweise nicht detailliert genug analysiert. Es wurde nicht nach dem Grund der aktuellen Lösung gefragt oder die menschliche Komponente mit all ihren Emotionen und Eigenheiten wurde ausgeblendet. Die strikte Orientierung an der Realität sollte – so sollte man denken – eine Selbstverständlichkeit sein. Der praktische Imperativ bringt es mit sich, dass entlang des ganzen Prozesses von der Problemdefinition bis zu Implementierung die Praktiker eines Fachgebietes mittun.

Die Lunaradix-Methodologie wurde im Rahmen der Auseinandersetzung mit der Frage, was fortschrittliche Finanzwirtschaft ist, entwickelt. Die Kategorisierung und Strukturierung von Sachverhalten ist immer wichtiger. In unserer Welt ist vieles so unberechenbar und dynamisch, dass klare Strukturen, Kategorien oder Systeme Halt bieten. Sie führen Gedankengänge, aber auch unser Handeln.

Soziale Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass in ihnen Menschen interagieren und sie deshalb eigenen, bisweilen unbekannten Gesetzen folgen Sie sind dynamisch; ein «moving target». Multidisziplinäres Denken ist also gefragt. Die Disziplinen Soziologie (das Verhalten der Gruppe), Psychologie (das Verhalten des Einzelnen) und Wirtschaft (die Entscheidungsfindung unter Knappheit) müssen berücksichtigt werden. Trotz oder wegen des philosophischen Ansatzes ist es wichtig, dass eine klare Systematik verfolgt wird.