Gold: Kaufkraft im Depot

Gold: Kaufkraft im Depot

In der Vermögensverwaltung wird Gold gemeinhin als eine Anlagekategorie bezeichnet oder den Rohstoffen zugeordnet. Daran ist grundsätzlich nichts auszusetzen. Wenn man sich allerdings die Frage stellt, welchen wirklichen Zweck Gold im Portfolio hat, kommt man auf die Jahrtausende alte Definition, dass das gelbe Metall nichts anderes ist, als die ultimative Währung. Es kommt nicht von ungefähr, dass bis 1973 der Goldstandard galt, bei welchem verschiedene Währungen mit Gold hinterlegt waren und diese auch gegen Gold eingetauscht werden konnten. Man beachte: Die Währungen waren sozusagen an eine universell anerkannte Währung gebunden. Ein eigentlich geniales System, denn Gold ist anerkannt und knapp – beste Voraussetzungen, um als Tauschmittel zu dienen. Nach der Aufhebung des Goldstandards durchlebte das Metall eine Art Sinnkrise. Es lagerte in zahlreichen Tresoren und fristete als Goldvreneli oder sonstige Münzen ein eher symbolisches Dasein. Selbstverständlich wurde es immer auch als Rohstoff für die Schmuckindustrie oder verarbeitende Industrie verwendet. Den Tiefpunkt seiner Bedeutung hatte das Gold wohl Anfang der 2000-er-Jahre, als verschiedene Nationalbanken – so auch die Schweizer Nationalbank SNB – Teile ihrer Goldreserven verkauften. Wie so oft kann der Mainstream als Kontra-Indikator angesehen werden. Wenn alle Welt Gold loswerden will, ist vielleicht ein guter Zeitpunkt, sich auf der Gegenseite zu positionieren. Und so war es auch 2003, als die SNB die letzten zur Disposition stehenden Goldbarren für rund USD 300.- pro Unze auf den Markt gab. Ab diesem Zeitpunkt setzte die ultimative Währung zu einem Rally an, welches den Preis pro Unze fast versechsfachte und 2011 auf USD 1'800.- trieb. In den letzten fünf Jahren dümpelte der Preis zwischen USD 1'200.- und 1'400.-.

Verschiedene berühmte Investoren wie beispielsweise Warren Buffett können dem Gold nichts abgewinnen, weil es keinen Ertrag abwirft. Diese Haltung kann ich durchaus verstehen. Das Halten von Gold wird aber mit der Fortdauer des Seitwärtstrends «erträglicher», wenn man Gold mental zur Liquiditäts-Quote zählt, weil es schliesslich die «ultimative Währung» darstellt, welche in Krisenzeiten an Kaufkraft gewinnt. Wenn man Gold mit diesem «Mindset» hält, gewinnt es an Attraktivität. Gold-ETFs werden so sozusagen zu Geldmarkt-Fonds mit einer Call-Option auf Kaufkraft.