Responsible Investment & Insight

Verantwortungsvoll, professionell, originell.

Ihr Partner in Vermögensverwaltungsfragen
Ob für Vermögensverwaltung oder Anlageberatung, Finanzkommunikation oder als Sparring Partner für Finanzdienstleister: The Blue Finance erarbeitet als spezialisierter Experte im Bereich Vermögensverwaltung auf Basis der «The Blue»-Philosophie verantwortungsvolle, professionelle und originelle Lösungen für Private und Firmen. Unabhängiges Denken und eine konsequente Zielorientierung zeichnen uns aus.

«The Blue» als Basis
«The Blue» in Assoziation mit sauberer Luft und klarem Wasser steht für Dienstleistungen, welche stets nach den der Firma zu Grund liegenden Werten der Rechtschaffenheit, Aufrichtigkeit und der Tugendhaftigkeit ausgestaltet sind.

Auf der emotionalen Seite steht «The Blue» auch für die konstruktive und aus der Jazz-Musik bekannten Haltung der Vielfalt und Originalität. Das Abweichen von der Norm und die Weiterentwicklung von Bestehendem ist immer eine Option.

Zusammen resultiert eine Firmenphilosophie, welche solide Dienstleistungen fordert und Innovation sowie Eigenständigkeit fördert.

«How many legs does a dog have if you call his tail a leg? Four. Saying that a tail is a leg doesn't make it a leg.»

Abraham Lincoln

Probus, Verus, Virtus
Die drei Grundwerte Rechtschaffenheit (probus), Ehrlichkeit (verus) und Tugendhaftigkeit (virtus) bilden das Fundament für sämtliche angebotenen Dienstleistungen. Wir verstehen uns als Partner für langfristig orientierte, professionelle und kompromisslos unabhängige Lösungen im Bereich der Vermögensverwaltung. Dabei baut The Blue Finance auf die über die Jahre gewonnen Erkenntnisse und Einsichten bei Banken und unabhängigen Vermögensverwaltungen.

 

Partnernetzwerk für höchste Anforderungen
Bei der Erbringung seiner Dienstleistungen greift The Blue Finance auf ein Netzwerk an Partnern zurück, welche den hohen ethischen, fachlichen und persönlichen Anforderungen der Firma standhalten. Kompromisslose Unabhängigkeit ist eine der obersten Maximen von The Blue Finance. Wir werden ausschliesslich durch den Kunden bezahlt.

Blog

/site/assets/files/1221/adler.400x267.jpg
12.02.2019

In Sight | Frühjahr 2019

Wenn der Vorhang fällt

1989 ist in Berlin die Mauer gefallen. Das hat eine rund 40 Jahre herrschende, zwar etwas makabre, aber stabile Weltordnung dies- und jenseits des Eisernen Vorhangs aus den Fugen gehoben. Die dadurch freigesetzten Kräfte haben weltweit eine rasante Entwicklung in Gang gesetzt, welche retrospektiv als Gegenbewegung oder Kompensation bezeichnet werden kann. Doch wie fast immer, wenn Energien unterdrückt werden, schlägt das Pendel in der Regel immer etwas zu weit aus. So auch in den letzten 30 Jahren. Schauen wir zuerst zurück.

Aufholjagd schafft neue Ungleichgewichte

Die ehemals kommunistischen Ostblockländer wurden in einen teilweise mehr, teilweise weniger bis gar nicht geordneten Kapitalismus entlassen. Ebenfalls setzte der Asiatische Kontinent zu einer Aufholjagd an, wie sie nur möglich ist, wenn ehemals unterdrückte Länder in einer freiheitlich organisierten Welt «domestiziert» werden. Da die Entwicklung mehr oder weniger beispiellos war, lies man sie wohlgemut geschehen.

Die EU begab sich ab 1992 auf einen rasanten, und man kann sagen, undifferenzierten, fast idealistischen Expansionskurs, welcher massgeblich von einer basisfernen politischen «Elite» ohne Rücksicht auf nationale Befindlichkeiten vorwärtsgetrieben wurde. Diese «hors-sol»-Politik führte dazu, dass sich im System EU grosse Spannungen aufgebaut haben, welche sich nun allmählich, aber halt ruckweise, abgebaut werden. Die EU hat es verpasst, sich passende Strukturen zu geben. Die Währung namens EURO ist ein politisches Projekt und eine ökonomische Fehlkonstruktion. Wie immer, wenn die Politik das Primat über den Markt hat, muss das Resultat zumindest kritisch betrachtet werden. Die Antwort der (noch) 28 EU-Länder war eine beispiellose Geldflut mit der Spritzkanne. Faktisch hat die EZB die Staatsdefizite zahlreicher EU-Länder finanziert. Das wäre gemäss Maastricht-Vertrag zwar verboten, das interessiert aber – Achtung: Primat der Politik! – auch die Gerichte nicht. In Europa – und damit auch der Schweiz – hat dies zu immensen Spannungen im System geführt, welche sich auf die eine oder andere Weise entladen werden.

Mit dem grossmehrheitlichen, vermeintlichen Ende des Sozialismus hat auch die Globalisierung einen enormen Schub erfahren. Produktions- und Handelsketten wurden global. Es wurde und wird produziert, wo es gerade am günstigen ist. Global hat dies enorme Produzentenrenten geschafft und Aktionäre rund um den Globus beglückt. Dass damit die Inflation stark gedämpft worden ist, kann rückblickend als positiver Nebeneffekt bezeichnet werden. Die Globalisierung hat in den Emerging Markets Millionen von Menschen aus der Armut behoben und im Westen die Oberschicht noch reicher gemacht.

Und heute?

Im Gegensatz zur Schweiz, wo das Volk quartalsweise seine Meinung kundtun und sich generell stärker am politischen Prozess beteiligen kann, sind in der EU in den vergangenen Jahren die Spannungen ans Tageslicht gekommen. Nationalistische Tendenzen sind nichts anderes als die Früchte der asymmetrischen Verteilung von Wohlstandsgewinnen und der Ignoranz von politischen Eliten in der westlichen Welt. Ob in den USA, Deutschland, Italien, Frankreich oder selbst im kultivierten Österreich: Das Volk wählt die Alternative, um das bestehende, teilweise fast feudalistische System zu brechen. Egal, wer die Alternative ist. Hauptsache, es ändert sich etwas. Das Establishment reibt sich die Augen und geht zur Tagesordnung über.

China hat sich derweil zum Ziel gesetzt, die neue dominierende Weltmacht zu werden. Auch hier reibt sich der Westen die Augen: Wer gedacht hätte, dass der WTO-Beitritt des Reichs im Jahre 2001 dazu führen würde, dass sich China fortan als mustergültiger Teilnehmer am Weltmarkt an die Spielregeln halten würde, sieht sich getäuscht. China weiss ganz genau, dass das Riesenreich im Rücken im bilateralen Verhältnis mit exportierenden Staaten ein unbezahlbares Pfand ist. Wer mit dem aufstrebenden Riesen Geschäfte machen will, muss sich an die Regeln des sozialistischen Regimes halten. Geld regiert die Welt. Und so beugen sich Weltverbesserer wie Google oder andere US-Firmen dem Diktat der Partei in Peking. Zensur wird toleriert, wenn dafür der Yuan rollt. Das Land der aufgehenden Sonne hat es geschafft, mit Kapitalismus erster Güte enorme Gewinne zu machen, diese aber als Wohltat der sozialistischen Partei darzustellen und dabei das kommunistische Regime sogar noch zu stärken. Mit Demokratie und Menschenrechten ist es trotz zunehmendem Wohlstand nicht weit her. Dank der teils kopierten, teils selbst erarbeiteten technologischen Möglichkeiten ist des der Führung des Landes gelungen, die Überwachung der Bevölkerung fast zu perfektionieren. Ein hochtechnologischer Überwachungsstaat reibt sich die Hände ob der Möglichkeiten, welche die enge globale Vernetzung bietet.

In den Vereinigten Staaten ist das nicht unbemerkt geblieben und die vergessene Mittelschicht, welche von der Globalisierung mitnichten profitiert hat, beginnt sich nun zu wehren. Die Spannung hat sich 2016 mit der Wahl des neurotischen Selbstdarstellers Donald Trump zu Präsidenten begonnen zu lösen. Was jetzt folgt, ist der Eisberg, welcher sich in Bewegung gesetzt hat.

Die Schweiz als das gemäss einer aktuellen Statistik des KOF mit der Welt am stärksten vernetzte Land kann es sich derweil leisten, sich führungslos um Dinge wie Kuhhörner oder die Auswahl von Kampfflugzeugen zu kümmern. Denn als kleines Land war und ist sie dazu verdammt, vernetzt und flexibel zu sein. Diese wird ihr in den nächsten Jahren zum Vorteil gereichen. Auch hierzulande werden die Beben, die die Spannungen, welche sich überall auf der Welt aufgebaut haben, ab und zu ein Schütteln verursachen. Aber die Schweiz wird damit umzugehen wissen. Die grösste Gefahr lauert im Inland. Saturiertheit und Selbstgefälligkeit sind mittlerweile zweifelslos diagnostizierbar. Wenn es der Schweiz nicht gelingt, hier auf den liberalen Pfad der Tugend zurückzukehren, gibt sie ohne Not ihre Trümpfe im politischen Pausenplatzgerangel ab, welche sie beim Gerangel in der Rückabwicklung der Globalisierung gut gebrauchen kann.

Dass die Schweiz umgeben ist von einem Gebilde, welches über die letzten 5 Jahre eine Geldpolitik betrieben hat, welche völlig fehlgeleitet ist, hilft ebenfalls wenig, sondern ist Grund zu Besorgnis. Wenn eine EZB die Märkte trotz moderatem Wirtschaftswachstum mit Geld flutet und die Schweizer Nationalbank sich in Sippenhaft begibt, bleibt einem immer mehr die Sprache weg. Das geldpolitische Experiment in der EU wird kein gutes Ende nehmen und für den Schweiz Franken bedeutet dies alles andere als Abwertung.

Es wird sich zeigen, ob die Zeichen der politischen «Vorbeben» richtig gedeutet werden, oder ob die Vogelstrauss-Strategie in zahlreichen Ländern weitergeführt wird. Es ist eine diffuse und – weil global – komplexe Gemengelage, welche noch einige Zeit vor sich hin «köcheln» kann.

Anlagestrategie: Die Chancen-Risiko-Hantel

Für Investoren ist hierbei ein Risiko, zwischenzeitliche Opportunitäten in gewissen Märkten zu verpassen. Ein mindestens gleich grosses Risiko ist aber, dass man in den falschen Momenten in den falschen Märkten exponiert ist.

The Blue Finance empfiehlt deshalb, anlagetaktisch eine «Hantelstrategie» zu fahren. Auf der einen Seite der Stange legen wir aus der Chancen-Perspektive an. Dazu legen wir unseren Kunden Aktien von Regionen ins Depot, welche strukturell stark und am Wachsen sind. Dazu zählt für uns einerseits die Schweiz, welche stark vom Export in die aufstrebenden Länder profitiert und deren Unternehmen international vernetzt sind. Zudem ist der notorisch starke Franken ein Stahlbad, welches die Firmen für den internationalen Wettbewerb stählt. Andererseits gehört ein Engagement in den Emerging Markets und insbesondere in Asien zur wachstums- und chancenorientierten Seite der Hantel. Dabei kann auf Aktien, wie auch auf Obligationen in Hartwährung gesetzt werden.

Die andere Seite der Hantel ist dominiert als Gegengewicht die Risiko-Perspektive. Allem voran zählen hier dividendenzahlende Aktien von Goldproduzenten sowie das gelbe Edelmetall selber zu den präferierten Anlagen. Gold hat den Nimbus als das ultimative Zahlungsmittel nicht verloren. Insbesondere in Zeiten, in welche diese tote Materie totgeschrieben wird, empfiehlt es sich, zuzugreifen. Als Ergänzung kann auf dieser Seite der Hantel auch auf Schweizer «Betongold», also Immobilienanlagen, gesetzt werden. Sollten die erwarteten Beben tatsächlich ausbrechen, wird Grund und Boden in der Schweiz sicher nicht an Wert verlieren. Auch werden steigende Zinsen in einem solchen Szenario kein Problem für Immobilien darstellen.

In der Mitte der Hantel positionieren wir uns mit Bargeld oder kurzlaufenden Obligationen. Sie sind das Pulver, welches opportunistisch verschossen werden kann, wenn sich ins Bild passende Gelegenheiten bilden.

Es sind nicht gerade aufbauenden Zeilen, welche wir hier zum Besten geben. Aber wenn Notenbankiers und Politiker die Augen vor der Realität verschliessen, sollten es verantwortungsvoll und professionell handelnde Investoren es ihnen nicht gleichtun. Stattdessen ist es ihre Pflicht, originelle Antworten darauf finden, wie die Anlageziele auch einem herausfordernden Umfeld bestmöglich erreicht werden. Das Blaue Wunder überlassen wir gerne anderen.

/site/assets/files/1224/a-bowl-of-delicious-red-cherry_bw.400x267.jpg
07.02.2019

Aktiv vs. Passiv - Teil 1: Pro & Con

In den vergangenen Monaten war in verschiedenen Medien zu lesen, dass der «Siegeszug» des passiven Investierens etwas ins Stocken geraten sei. Tatsächlich scheinen sich die Wachstumsraten bei den Exchange Traded Funds (ETF; an der Börse gehandelte Index-Fonds mit der Rechtsstruktur von Aktien) und den klassischen Indexfonds etwas abgeschwächt zu haben. Aus unserer Sicht ist dies ein Zeichen, dass der Markt für indexiertes Anlegens langsam reif und – man kann sagen – erwachsen wird. Auch hier wachsen die Bäume nicht in den Himmel.

The Blue Finance setzt neben ausgewählten Direktanlagen sowohl aktive, als auch passive Fonds ein. Im Folgenden gehen wir darauf ein, wann der Einsatz von Indexfonds oder ETFs aus unserer Sicht angezeigt ist und wann durchaus auch wirklich aktive Fonds zum Zug kommen können.

Bei der Auseinandersetzung mit der Frage «aktiv vs. passiv» sollte sich der geneigte Investor sich als erstes einige anlagephilosophische Fragen stellen. The Blue Finance ist dezidiert der Meinung, dass es eigentlich ein «passives Investieren» nicht gibt. Der Weg zur Allokation von Vermögen mit einem konkreten Ziel ist gepflastert mit aktiven, bewussten Entscheiden.

Kaufe ich den Aktien-Weltindex in USD und lege ihn in Form eines Indexfonds ins Depot, oder soll es bei der Anlagetätigkeit dann doch etwas raffinierter zu und her gehen? Bevor in einem zweiten Teil auf die eher «handwerklichen» Überlegungen bei der Anlage in aktive oder passive Fonds eingegangen wird, werden im Folgenden Argumente für oder wider das Anlegen hin Index-Produkte dargelegt.

Argumente und Überlegungen dafür:
 

  • Preis | Wirklich passive Fonds sind in der Regel günstiger, als aktiv verwaltete Fonds, weil von Seiten der Managements keine Kosten für Titel- oder Makro-Research entstehen.
  • Handling | ETFs und Indexfonds sind einfach in der Handhabung. Mit einer Transaktion kauft der Investor sind ein «Exposure» zu einem bestimmten Markt oder Marktsegment.
  • Breite | Damit zusammenhängend ist die Breite respektive Diversifikation der Anlagen ein Vorteil. Der Anleger ist mit einem passiven Fonds per se schon recht gut diversifiziert. Allerdings gilt dies für viele aktiv verwaltete Fonds auch. Selbst aktive Fonds, welche von sich behaupten, sehr konzentriert anzulegen, sind in Tat und Wahrheit mit 20-30 Titel schon gut diversifiziert.


Kritische Aspekte

Undifferenziertheit | Mit einer klassischen, marktgewichteten indexierten Anlage kauft man einfach den gesamten Markt – unabhängig davon, ob man die einzelnen Titel auch individuell im Depot haben möchte. Skandalumwobene Titel sind in einem Indexfonds ebenso vertreten wie schlecht finanzierte und konkursgefährdete Firmen. Im Bereich der Obligationen zeigt sich die fast schon paradoxe Situation, dass man mit dem Kauf des Index’ automatisch die am meisten verschuldeten Länder oder Firmen im Depot hat. Ob dies wünschenswert ist, steht auf einem anderen Blatt. Kurzum: Es wird nicht auf die Qualität der Emittenten oder Firmen geschaut.

Gambling | Mit der erhöhten Liquidität von insbesondere ETFs hat an den Märkten die Gambling-Szene ein weiteres Instrument gefunden, um ihrer Tätigkeit zu frönen. ETFs sind innerhalb von Sekunden gekauft oder verkauft und es ist mittlerweile anerkannt, dass das undifferenzierte Kaufen und Verkaufen des «Marktes» die Volatilität desselben erhöht. Ob das gut ist, oder nicht, muss jeder Marktteilnehmer für sich entscheiden. The Blue Finance findet es keine gute Entwicklung.

Herdentrieb | Der Herdentrieb, eines der am meisten beobachteten und dokumentierten Phänomen der Behavioural Finance, wird durch ETFs verstärkt. Wenn die Differenzierung der Anlagen keine Rolle mehr spielt, dient das Tun der Herde als Orientierung für die eigene Marktaktivität.

Trittbrettfahren | Obwohl dies vielleicht nicht in aller Deutlichkeit gesagt werden sollte, sind klassische Indexinvestoren Trittbrettfahrer von aktiven, Aufwand für aktive Analyse betreibenden Investoren.

Indirektes Eigentum | Indexinvestoren haben nicht die gleiche Haltung den gehaltenen Firmen gegenüber, wie Investoren, welche sich eine Aktie oder eine Obligation bewusst ins Depot legen. Sie können beispielsweise ihre Stimmrechte nicht aktiv wahrnehmen und ihre Stimmen versinken so im Meer der vielen, man darf sagen, gleichgültigen und anonymen Investoren.

Für den Investor stellt sich also die Frage, ob er lieben einen Korb an ausgewählten Kirschen kaufen möchte, oder ob er einfach die ganze Ernte kauft.